(eine Unternehmung der TUI Cruises GmbH, Heidenkampsweg 58, D-20097 Hamburg)


Flottenübersicht

Name IMO Baujahr Länge Breite Vermessung Suiten Gäste Crew Flagge
Europa 9183855 1999 198,6m 24,0m 28.890 BRZ 204 408 285 Malta
Europa 2 9616230 2013 225,4m 26,7m 42.830 BRZ 251 500 370 Malta
Hanseatic inspiration 9817145 2019 138,7m 22,3m 15.650 BRZ 120 230 175 Malta
Hanseatic nature 9817133 2019 138,7m 22,3m 15.650 BRZ 120 230 175 Malta
Hanseatic spirit 9857640 2021 138,7m 22,3m 15.650 BRZ 120 230 175 Malta

-Auflistung in alphabetischer Reihenfolge der Schiffsnamen-


EUROPA (Flam, 14.08.2008)


Ehemalige Schiffe


Die heutige Hapag-Lloyd Cruises bzw. frühere Hapag-Lloyd Kreuzfahrten entstand zum 01.09.1970 durch die Fusion der in Hamburg ansässigen H.A.P.A.G. (Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft; gegründet am 27.05.1847) und des damaligen in Bremen ansässigen Norddeutschen Lloyd (kurz NDL; gegründet am 20.02.1857). Die HAPAG hatte seinerzeit ihren Schwerpunkt im Frachtverkehr. Der NDL hatte seinen operativen Schwerpunkt wiederum im Passagier-Linienverkehr, welcher sich allerdings schon in den Jahren zuvor immer mehr in Richtung Kreuzfahrt verschob.

 

Der NDL brachte mit der damaligen BREMEN (ex PASTEUR; Baujahr 1939; IMO 5051145) und der damaligen EUROPA (ex KUNGSHOLM; Baujahr 1953; IMO 5197664) zwei große Passagierschiffe in das neue Unternehmen ein.


Die BREMEN, es handelte sich bereits um das fünfte Schiff, das den Namen der Hansestadt und Heimat des NDL trug, verlies allerdings bereits im Oktober 1971 die Flotte und wurde an die griechische Reederei Chandris verkauft, welche sie fortan als REGINA MAGNA einsetzte.

 

Die EUROPA, es handelte sich bereits um das vierte Schiff mit diesem Namen, war somit zum Ende des Jahres 1971 das einzig verbliebene Passagierschiff in der Kreuzfahrt-Flotte. Zu Beginn der Sommersaison 1972 erhielt sie die bis heute auf allen Kreuzfahrtschiffen der Flotte aktuelle markante orange-blaue Hapag-Lloyd-Lackierung auf den Schornsteinen und als Binde auf dem schneeweißen Rumpf.


Im Zeitraum 1971-1973 gab es mehrere Verhandlungen mit der ebenfalls in Hamburg ansässigen und mit wirtschaftlichen Problemen kämpfenden Hamburg-Atlantic Linie, um mit dieser eng zusammenzuarbeiten oder diese womöglich sogar zu übernehmen. Doch die ersten Verhandlungen scheiterten, sodass die Hamburg-Atlantic Linie im Juli 1973 zunächst gezwungen war ihre HANSEATIC (Baujahr 1964; IMO 5321679) zu verkaufen.

 

Auch die weiteren Verhandlungen zur Übernahme der Hamburg-Atlantic Linie und/oder dem Kauf deren letzten verbliebenen Schiffes, der HAMBURG (Baujahr 1969, IMO 6810627), scheiterten.


Im Jahr 1993 übernahm Hapag-Lloyd Kreuzfahrten das Expeditionskreuzfahrtschiff FRONTIER SPIRIT (Baujahr 1990; IMO 8907424), um damit in Eigenregie in das Segment der Expeditionskreuzfahrten einzusteigen. Das Schiff sollte dafür den traditionsreichen Namen BREMEN, den damaligen Sitz von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, erhalten.

 

Die FRONTIER SPIRIT stammte aus einem Joint-Venture, an welchem der Hapag-Lloyd-Konzern beteiligt war. Gegen Ende der 1980er Jahre gründete der auf Expeditionsreisen spezialisierte US-amerikanische Veranstalter Salen Lindblad Cruising zusammen mit den drei größten japanischen Unternehmen (der Reederei Nippon Yusen Kaisha Line/NYK, dem Konzern Mitsubishi Corporation und dem Konzern Mitsubishi Heavy Industries) und zweier europäischer Reedereien (der britischen Caledonian Steamship und eben dem deutschen Hapag-Lloyd-Konzern) ein gemeinsames Joint-Venture namens Frontier Cruises. Bei der Werft Mitsubishi Heavy Industries im japanischen Kobe bestellte man einen Schiffsneubau für komfortable Expeditionskreuzfahrten. Dieser sollte FRONTIER SPIRIT heißen. Es handelte sich um eines der ersten Expeditionsschiffe, das speziell für touristische Kreuzfahrten mit Expeditionscharakter und dem zwischenzeitlich gestiegenen Komfort-Anspruch der Gäste neu konzipiert wurden. Bis dato standen für Expeditionsreisen hauptsächlich weniger komfortable Eisbrecher oder umgebaute Alttonnage zur Verfügung. Lediglich mit der SOCIETY EXPLORER (Baujahr 1969; IMO 6924959) und der WORLD DISCOVERER (Baujahr 1975; IMO 7349053) der in Bremen ansässigen Discoverer Reederei GmbH gab es -wenn auch zwischenzeitlich betagte- Mitbewerber, die eigens für Expeditionskreuzfahrten konzipiert und gebaut wurden. Die Kiellegung des Neubaus erfolgte am 26.01.1990 mit der Baunummer 1182. Der Stapellauf fand bereits am 17.06.1990 statt. Schließlich wurde das Schiff am 29.10.1990 offiziell übernommen. Die offizielle Jungfernfahrt begann am 07.11.1990. Im Jahr 1992 wurde im Rahmen einer Restrukturierung innerhalb des Joint-Ventures der Veranstalter Seaquest Cruises gegründet und die FRONTIER SPIRIT wechselte von Frontier Cruises zu dem neuen Veranstalter. Hintergrund war, dass man nun eine stärkere Abgrenzung der einzelnen Produkte wollte. Während Salen Lindblad Cruising im wenig komfortablen extremen Expeditionsbereich operierte, sollte Seaquest Cruises im komfortablen Expeditions-Kreuzfahrtsegment Kunden akquirieren. Dieses Vorhaben endete jedoch schon am 01.09.1993 in Singapur. Seaquest Cruises zog sich aus dem Kreuzfahrtgeschäft zurück.

 

Der an dem Joint-Venture beteiligte Hapag-Lloyd-Konzern hatte aber inzwischen Interesse an dem Schiff bekundet und wollte es nunmehr in Eigenregie bei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten einsetzen. Denn im März 1993 startete in Hamburg der neue Mitbewerber Hanseatic Tours mit seiner HANSEATIC (IMO 9000168, Baujahr 1991) ebenfalls Kreuzfahrten im Expeditions-Segment. Und so wurde die FRONTIER SPIRIT schließlich im Oktober und November 1993 bei der Rendsburger Nobiskrug Werft für den zukünftigen Einsatz bei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten vorbereitet.

 

Am 14.10.1993 erfolgte der Eignerwechsel des Schiffes. Neuer Eigner war nun die JG Maritime mit Sitz in Nassau auf den Bahamas. Hapag-Lloyd Kreuzfahrten hatte das Schiff zunächst für die Jahre 1993 bis 1996 gechartert. Am 20.11.1993 wurde die FRONTIER SPIRIT offiziell in BREMEN umbenannt. Die Taufpatin war Frau Ute Wedemeier, die Frau des damaligen Präsidenten des Bremer Senats und des Bundesrates. Das Schiff war nun bereits das sechste große Passagierschiff, welches den Namen der kleinen stolzen Hansestadt in die Welt hinaustrug. Noch am selben Tag begann die erste Antarktis-Reise der BREMEN.


Im Jahr 1997 übernahm Hapag-Lloyd Kreuzfahrten den in Hamburg ansässigen und auf Expeditionskreuzfahrten spezialisierten Veranstalter Hanseatic Tours mit seinem Schiff HANSEATIC (Baujahr 1991; IMO 9000168). Hapag-Lloyd Kreuzfahrten sah mit dem 5-Sterne-Expeditions-Produkt eine exzellente Ergänzung zu der bereits seit dem Jahr 1993 im Einsatz befindlichen BREMEN (Baujahr 1990; IMO 8907424), die erfolgreich im 4-Sterne-Plus-Segment auf Expeditions-Kreuzfahrten vermarktet wurde.


Hanseatic Tours wurde erst im Jahr 1991 (gut 25 Jahre nach dem Ende der Hamburg-Atlantic-Linie bzw. der Deutschen Atlantik-Linie) durch den aus Hamburg stammenden Kapitän Dirk Moldenhauer, dem letzten Kapitän der dritten HANSEATIC (Baujahr 1969; IMO 6810627), der bereits auch schon auf der zweiten HANSEATIC (Baujahr 1964; IMO 5321679) als Offizier tätig war, und den Hamburger Unternehmer Günter Powalla, der privat oft als Stammgast auf den früheren HANSEATIC-Schiffen der damaligen Hamburg-Atlantic-Linie gereist war, gegründet. Dirk Moldenhauer hatte nach der seinerzeitigen Auflösung der Hamburg-Atlantic-Linie die Rechte an dem Schiffsnamen "HANSEATIC" sowie an dem Namen und dem Logo (eine abgewandelte Form des bekannten Malteser-Logos) der Hamburg-Atlantic-Linie erworben. Das Konzept sah vor, den hohen Komfort der früheren HANSEATIC-Schiffe der ehemaligen Hamburg-Atlantic-Linie auf Expeditions-Reisen zu übertragen.

 

Aufgrund der guten hanseatischen Beziehungen untereinander behielt die HANSEATIC nach der Übernahme durch Hapag-Lloyd Kreuzfahrten aber weiterhin ihren traditionsreichen und etablierten Namen und noch bis zum Jahr 2011 auch die Lackierung der Hamburg-Atlantic-Linie bzw. von Hanseatic Tours.

 

Der Name "Hanseatic" leitet sich übrigens von der englischen Bezeichnung der Freien und Hansestadt Hamburg („the free and hanseatic city of Hamburg“) ab.

 

Unweigerlich mit den Schiffsnamen FRONTIER SPIRIT, HANSEATIC und BREMEN ist auch der Name eines Kapitäns verbunden, Heinz Aye.

 

Heinz Aye hatte -bevor er zu Hapag-Lloyd Kreuzfahrten wechselte- bereits als Kapitän das Kommando auf den Expeditionskreuzfahrtschiffen WORLD DISCOVERER und SOCIETY EXPLORER der Bremer Discoverer Reederei GmbH.

 

Im Laufe seiner 24-jährigen Karriere als Kapitän hatte er zwischen 1977 und Oktober 2001 das Kommando über insgesamt 315 Reisen und umrundete dabei 39x die Welt. 10 Jahre lang hatte er dabei das Kommando über die BREMEN, mit der er als Pionier und Entdecker zahlreiche Erstanlandungen absolvierte. Dies führte sogar dazu, dass ein Kliff in der Antarktis seinen Namen trägt, das Ayekliff. Am 30.01.2000 befand sich die BREMEN in der Weddell See nördlich des südlichen Polarkreises und steuerte den Prince Gustav Channel von Osten kommend an. Kapitän Heinz Aye wollte bis an die Gletscherbarriere heranfahren und dann die Rückfahrt antreten. Doch es erwartete ihn eine Überraschung. Der Gletscher war von der Insel abgebrochen und hing unter Wasser am Kontinent fest. Eine große „Tür“ stand somit offen und lud zur vorsichtigen Weiterfahrt ein. Für diesen Bereich gab es in den damaligen Seekarten keine Lotungen. Die „Gletschertür“ versprach aber ausreichende Wassertiefen. Mit einem Schlauchboot und einem Echolot wurde der Landgang auf der James Ross Insel am Kliff vorbereitet. Die Anlandung glückte und man stand somit auf einem namenlosen Stückchen Antarktis, welches bislang nicht kartiert war. Nach der geglückten Anlandung setzte man die Reise in direkter Küstennähe fort und umrundete als erstes Schiff einer deutschen Reederei in etwa 22 Stunden die James Ross Insel im Weddell Meer. In der Sitzung Nr. 713 des Scientific Committee on Antarctic Research (SCAR) am 02.06.2005 wurde offiziell festgehalten, dass „Captain Aye circumnavigated James Ross Island on 29/30.January 2000“. Am 21.06.2006 wurde daraufhin der geographische Name "Ayekliff" vom Bundesamt für Kartographie und Geodäsie auf der Position 64°24`S und 58°08`W offiziell eingetragen.



Übersicht der ehemaligen Schiffe  (seit der Gründung von Hapag-Lloyd im Jahr 1970):

Name im Einsatz bei Hapag-Lloyd Baujahr IMO Länge Breite Vermessung Passagiere Crew
BREMEN (VI) 1993 - 2020 1990 8907424 111,51 m 17,00 m 6.752 BRZ 155 100
HANSEATIC 1996 - 2018 1993 9000168 124,80 m 18,00 m 8.445 BRZ 184 125
COLUMBUS 2 2012 - 2014 1998 9156462 180,45 m 25,73 m 30.277 BRZ 698 377
c.COLUMBUS 1997 - 2012 1997 9138329 144,13 m 21,50 m 15.067 BRZ 410 170
ASTRA II 1998 - 2000 1974 7346934 130,1 m 19,21 m 9.848 BRZ 454 215
EUROPA (V) 1981 - 1999 1981 7822457 199,62 m 28,50 m 37.049 BRZ 632 300
EUROPA (IV) 1966 - 1981 1953 5197664 182,89 m 23,50 m 21.511 BRT 785 320
BREMEN (V) 1959 - 1971 1939 5051145 212,60 m 27,52 m 32.336 BRT 751 382

-Sortierung nach Jahr der Außerdienststellung in absteigender Reihenfolge-



BREMEN (Sisimiut, 17.08.2010)

Der Norddeutsche Lloyd (kurz NDL)


Obwohl die damalige H.A.P.A.G. unter der Leitung des visionären Generaldirektors Albert Ballin im Jahr 1891 mit dem Dampfschiff AUGUSTA VICTORIA außerhalb des bis dato üblichen Linienverkehrs die erste Kreuzfahrt (seinerzeit als "Vergnügungsfahrt" bezeichnet) durchführte und somit weltweit als "Erfinder" der Kreuzfahrten gilt, hat der damalige Norddeutsche Lloyd gerade im deutschsprachigen Markt ein bis heute nachhaltigeres Merkmal gesetzt.

 

Der frühere Norddeutsche Lloyd aus Bremen hatte von 1858 bis 1970 zahlreiche Schiffe im Einsatz. Einige der Hochsee-Passagierschiffe trugen Namen, die auch heute noch von Kreuzfahrtschiffen getragen werden und an die deutsche Kreuzfahrttradition erinnern. Schiffsnamen wie BREMEN, DEUTSCHLAND, BERLIN, EUROPA und COLUMBUS sind über Generationen hinweg bekannt und Symbol für Entdeckergeist, Weltoffenheit und Tradition.


Stichwort "Symbol": Im aktuellen Logo von Hapag-Lloyd Cruises (siehe oben) ist die Jahreszahl "1891", dem Jahr der ersten Kreuzfahrt mit der AUGUSTA VICTORIA der H.A.P.A.G., ein elementarer Bestandteil.



Eine Auswahl von Hochsee-Passagierschiffen des früheren  Norddeutschen Lloyd (NDL) aus  Bremen:

von bis Name Baujahr Tonnage Länge Breite Werft Baunummer
1966 1981 EUROPA (IV) 1953 21.514 BRT 182,89m 23,50m NV Koninklijke Maatschappij De Schelde / Vlissingen 273
1959 1971 BREMEN (V) 1939 32.336 BRT 212,60m 27,52m Chantiers de Penhoet / St. Nazaire R8
1955 1966 BERLIN (IV) 1925 18.600 BRT 179,83m 22,65m Armstrong, Wihitworth & Co. / Newcastle
1930 1946 EUROPA (II) 1930 49.746 BRT 282,77m 30,65m Blohm & Voss / Hamburg 479
1929 1946 BREMEN (IV) 1929 51.656 BRT 286,10m 31,10m AG Weser / Bremen 872
1925 1945 BERLIN (III) 1925 15.286 BRT 174,30m 21,10m Bremer Vulkan AG / Bremen-Vegesack
1924 1939 COLUMBUS (II) 1924 32.354 BRT 232,89m 25,30m F. Schichau / Danzig 929
1923 1928 BREMEN (III) 1900 10.881 BRT 166,10m 18,34m AG Vulcan / Stettin 245
1914 1920 COLUMBUS (I) 1914 33.526 BRT 232,59m 24,64m F. Schichau / Danzig 891
1909 1919 BERLIN (II) 1909 17.324 BRT 179,20m 21,20m AG Weser / Bremen 164
1905 1908 EUROPA (I) 1889 2.737 BRT 98,45 12,25m Sunderland Ship Building Company / Sunderland
1897 1919 BREMEN (II) 1897 10.522 BRT 160,06m 18,35m F. Schichau / Danzig 583
1868 1894 BERLIN (I) 1868 2.334 BRT 86,90m 11,90m Caird & Co. Ltd. / Greenock
1866 1875 DEUTSCHLAND 1866 2.947 BRT 106,00m 12,00m Caird & Co. Ltd. / Greenock 132
1858 1874 BREMEN (I) 1858 2.674 BRT 101,46m 11,89m Caird & Co. Ltd. / Greenock 58

-Sortierung nach Jahr der Indienststellung in absteigender Reihenfolge-



Hinweis:   Das Logo wurde freundlicherweise von Hapag-Lloyd Cruises, Hamburg zur Verfügung gestellt.



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