Samstag, 15. November 2025


auf See

(Seetag 6 von 11)


Sonnenaufgang: 07:01 / Sonnenuntergang: 19:13


Der 5. Seetag liegt hinter uns. Seit dem Auslaufen aus Santa Cruz der Tenerife hat die MS EUROPA inzwischen 2.344 Seemeilen bzw. 4.341 km zurückgelegt. Das entspricht knapp 53% der gesamten zurückzulegenden Strecke bis Kapstadt. Wir "feiern" somit leider schon "Bergfest". So schnell vergehen die Tage an Bord. Wir könnten uns an solche Reisen gewöhnen: das Schiff - das luxuriöse Verkehrsmittel zu unserer eigentlichen Urlaubsregion, welche wir dann ausgiebig individuell erkunden werden. Es gibt wohl kaum eine bequemere, entspanntere und komfortablere Art der Anreise. Zurück zu den Wurzeln der Kreuzfahrt, als die damaligen Ozeanliner das Hauptverkehrsmittel für den Kontinente-übergreifenden Linienverkehr darstellten und der Luftverkehr noch in den Kinderschuhen steckte. Da trifft es sich doch gut, dass wir mit den Erfindern und Pionieren der Kreuzfahrt unterwegs sind. Hapag-Lloyd Cruises ist schließlich aus der damaligen H.A.P.A.G. (Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft) hervorgegangen, die unter Leitung des damaligen Generaldirektors Albert Ballin im Jahr 1891 die erste "Bildungs- und Vergnügungsfahrt" mit einem Ozeanliner außerhalb des regulären Linienverkehrs durchführte. Darauf wird an einem der nächsten Tage noch ausführlich im Rahmen eines Vortrages von Stephan Börries eingegangen werden. Die Jahreszahl 1891 ist heutzutage übrigens Bestandteil des aktuellen Logos von Hapag-Lloyd Cruises.


Das heutige Tagesprogramm

(zum Vergrößern bitte auf das jeweilige Bild klicken)

© Hapag-Lloyd Cruises, Hamburg


Heute um 10:00 widmet sich der landeskundliche Experte Stephan Börries in der Europa-Lounge allerdings erstmal einem anderen Thema: „Alexander von Humboldt – Die Entdeckung eines neuen Weltbildes“.

 

„Der Universalgelehrte Alexander von Humboldt hat unser Weltbild und Verständnis für die Natur und Umwelt geprägt. Aufgrund seines Wissensdurstes entstand ein fast unüberschaubares Lebenswerk. Stephan Börries erzählt aus dem spannenden Leben des Wissenschaftlers, der von seiner vierjährigen Forschungsreise nach Südamerika so viele Daten und Materialien zurück nach Europa brachte, dass er noch fünfzig Jahre an der Auswertung arbeiten konnte.“ (Auszug aus dem Tagesprogramm)


Nach dem Besuch im Fitnessbereich und einem leichten Lunch besichtigen wir heute diverse Mustersuiten, welche auf dieser Reise nicht belegt sind. Bislang haben wir an Bord in sich ähnelnden Veranda Suiten der Kategorie 6 und 7 logiert. Von daher interessiert es uns besonders, wie sich die Suiten der übrigen Kategorien von den uns bekannten unterscheiden.


Zwischen 12:00 und 16:00 stehen die Türen der Suiten

  • 1005 (Kategorie 8, Penthouse Deluxe Suite)
  • 721 (Kategorie 6, Veranda Suite)
  • 670 (Kategorie 5, Veranda Suite)
  • 710 (Kategorie 3, Suite ohne Veranda mit Fenster)

zur individuellen Besichtigung offen.


Wir beginnen auf Deck 10 mit der Suite 1005, welche sich auf der Steuerbordseite befindet. Hierbei handelt es sich um eine circa 45m² große Penthouse Deluxe Suite der Kategorie 8. Die Suiten dieser Kategorie sind nach Komponisten benannt, so trägt die hier besichtigte Suite 1005 den Namen "Brahms Suite". Die benachbarte Suite 1003 trägt beispielsweise den Namen "Bach Suite".

Weiter geht es auf Deck 6, wo wir die am Heck befindliche Suite 670 besichtigen. Hierbei handelt es sich um eine circa 27m² große Veranda Suite der Kategorie 5. Die in Richtung Kielwasser ausgerichtete große Veranda ist das Highlight dieser Suite. Neben den obligatorischen zwei Sesseln verfügen diese Veranda Suiten auch über gleich zwei Liegen.

Die letzte Suite auf unserem Rundgang ist die Suite 710 auf Deck 7. Hierbei handelt es sich um eine auf der Backbordseite befindliche und circa 27m² große Suite mit Panoramafenster der Kategorie 3.

Um 15:30 gehen wir in den Club Belvedere auf Deck 8 zur „British High Teatime“. Die traditionelle britische Teezeit wird mit typischen Spezialitäten aus dem Königreich und Klaviermelodien von Pianist Rainer Frank zelebriert. So werden neben zahlreichen Teesorten und diverses Gebäck unter anderen selbstverständlich auch frisch gebackene Scones mit Clotted Cream und Erdbeermarmelade sowie diverse Sandwiches mit Ei-Mayonnaise, Gurke oder Räucherlachs auf der Etagere serviert. Wir lieben diese klassisch konservativen Traditionen und erinnern uns bei diesem Anlass gerne zurück an die seinerzeit von uns zelebrierten britischen „Originale“ auf den Cunard Line-Schiffen QUEEN MARY 2 (im eleganten Queens Room) und QUEEN ELIZABETH 2 (im Queens Grill Restaurant).

Bereits um 16:00 geht es in der Havanna Bar „very british“ mit einem Gin-Tasting weiter. Die Teilnehmer entdecken die wunderbare Geschmackswelt des Wacholders und probieren erlesene Gin-Sorten, die von Barkeeper Murat Ozcan äußerst informativ und unterhaltsam präsentiert werden.

Für das heutige Dinner wählen wir einmal mehr das Europa-Restaurant, dessen Türen um 19:00 öffnen. Wir erhalten wieder unseren mittlerweile schon angestammten 2er Tisch auf der Empore im hinteren Bereich, für den Hannah und Franziska verantwortlich sind. Sehr herzlich und liebevoll gratulieren uns die beiden nochmals zu unserem gestrigen Hochzeitstag. Haben wir uns nicht gestern noch gesehen? Wir wissen mittlerweile nicht mehr, wer uns alles gratuliert hat - gefühlt jedenfalls so ziemlich alle Gäste und sämtliche uns vertrauten Besatzungsmitglieder! Etwa 250 Personen werden wir sicherlich schon die Hände geschüttelt haben und von etlichen von ihnen haben wir sogar die Glückwünsche in Form einer herzlichen Umarmung entgegengenommen. Unter anderem solche durchaus persönlichen Details zeichnen die familiäre Atmosphäre an Bord der MS EUROPA unter der Flagge von Hapag-Lloyd Cruises aus.

© Hapag-Lloyd Cruises, Hamburg

Nach dem Dinner begeben wir uns auf das Pooldeck. Hier gibt die Sängerin Melane ¹ mit einer kleinen Besetzung der Bordband Royal Ocean Society ihr zweites Konzert auf dieser Reise. Der Abend trägt den Titel „Kue´le, Kue´le“.


"Diese musikalische Liaison und das legere Ambiente unter freiem Nachthimmel verströmen eine magische Energie, der sich die anwesenden Gäste nur schwer entziehen können. Melanes fantastische Stimme und die Instrumente der Bordband zaubern einen Sound, der die afrikanischen Wurzeln der Lieder mit urbanem Groove und moderner Ästhetik verbindet. Dieser Abend lebt von Energie, Spielfreude und direkter Kommunikation mit den Gästen. Sie sind eingeladen, nicht nur zuzuhören, sondern Teil einer gemeinsamen Erfahrung zu sein."

(Auszug aus dem heutigen Tagesprogramm)

¹ Melane ist eine kongolesische Sängerin. Sie kombiniert Afro, Rumba und Pop in ihrer Musik und entwickelte sich autodidaktisch zur Produzentin. Ihre kraftvollen Texte thematisieren soziale Gerechtigkeit, Identität, Gesellschaft, sowie queer Themen, insbesondere im Kontext der afrikanischen Diaspora. Nach zahlreichen Projekten als Mitglied verschiedener Bands, als Studio-Sängerin und Background-Sängerin, wird Melane ihr erstes Solo-Debut Album "Mirrors & Windows" 2025 veröffentlichen. Das Debütalbum "Mirrors & Windows" präsentiert zehn einzigartige Titel, jeder mit seiner eigenen Identität und Botschaft.

(Auszug aus der Reisebeschreibung von Hapag-Lloyd Cruises)

Ab 21:30 öffnen die „Versteckten Bars“. Hierbei handelt es sich wieder einmal um eines dieser zahlreichen kreativen Highlights, die so typisch für Hapag-Lloyd Cruises und die MS EUROPA sind. Unter dem Motto „Entdecken Sie das Unerwartete“ beginnt eine Schnitzeljagd, die im heutigen Tagesprogramm wie folgt angekündigt wird: „Sie glauben die EUROPA bereits in allen Facetten zu kennen? Dann laden wir Sie heute Abend ein, eine neue Seite unseres Schiffes zu entdecken. An ausgewählten, ungewöhnlichen Orten an Bord halten wir erfrischende Cocktails für Sie bereit, serviert dort, wo Sie es vielleicht am wenigsten erwarten. Begeben Sie sich auf eine kleine Entdeckungstour und lassen Sie sich vom Zusammenspiel aus Atmosphäre, Genuss und einem Hauch von Geheimnis verführen. Die versteckten Bars der EUROPA – finden Sie sie.“ Schnell stellt sich heraus, dass dieses Event hervorragend dafür geeignet ist, um wieder einmal mit zahlreichen Mitreisenden in einer ungezwungenen Atmosphäre schnell ins Gespräch zu kommen. Start ist in der Piano Bar auf Deck 4. Hier erhalten wir an der Bar einen Start-Champagner und eine Karte mit Hinweisen zu der nächsten Bar, die wir finden müssen.

Das Copyright (©) der abgebildeten Texte gehört Hapag-Lloyd Cruises, Hamburg


Mithilfe der ersten Hinweiskarte finden wir den Weg zur Boutique, in der sich die zweite „Hidden Bar“ befindet. Hier erhalten wir einen Cosmopolitan und kommen mit den hier anwesenden Mitreisenden ins Gespräch. Die Zeit verrinnt schnell. Und nach einem zweiten Cosmopolitan erhalten wir die nächste Hinweiskarte, die uns den Weg zur nächsten „Versteckten Bar“ weisen wird. Diese vermuten wir im hinteren Treppenhaus auf dem gleichen Deck. Dort angekommen deutet aber nichts auf eine „Bar“ hin. Wir vermuten zunächst, dass sich diese auf einem anderen Deck befindet. Und so rufen wir den Aufzug … und siehe da … die nächste Bar ist gefunden. Wir erhalten vom Barkeeper einen Negroni und die nächste Hinweiskarte gereicht. Dann schließt sich die Aufzugstür und der Barkeeper winkt mit einem Abschiedsgruß. Weg ist er. Wie geht es denn nun von hier aus weiter? Der nächste Hinweis führt uns nach ganz vorne auf Deck 5. Doch was befindet sich dort – außer den Passagiersuiten? Richtig, das nicht-öffentliche Treppenhaus, welches eigentlich der Crew vorbehalten ist. Hier dröhnt uns rhythmische Musik entgegen und weist uns den Weg in die „Katakomben“. Und so ist auch diese Bar gefunden und wir erhalten einen White Russian Twist und die nächste Hinweiskarte. Nun geht es zurück ins vordere (öffentliche) Treppenhaus und hinunter auf Deck 3. Von hier aus betritt man üblicherweise die Tenderboote. Aber heute befindet sich hier die letzte „Hidden Bar“, an der sich zwischenzeitlich das Gros der mitreisenden Gäste tummelt. Gefunden! Uns wird ein Bellini gereicht. Was eine wundervoll amüsante Idee! Die Zeit ist wie im Fluge vergangen. Und wir begeben uns auf einen allerletzten Drink zu Barkeeper Murat in die Havanna Bar. Herrlich wohltuend diese ruhige entspannte Atmosphäre! Zur fortgeschrittenen nächtlichen Stunde begeben wir uns zurück auf unsere Suite – nicht ohne jedoch an der Rezeption noch schnell etwas gegen unser inzwischen eingetretenes Hungergefühl zu tun. Wir bestellen uns deshalb zur tiefnächtlichen Stunde ein originales Wiener Schnitzel aus der reichhaltigen 24-Stunden-Karte auf unsere Suite, welches knapp 30min später -gegen 02:00- von einer freundlichen Stewardess frisch gebraten und zusammen mit einem delikaten lauwarmen Erdäpfelsalat, Preiselbeeren und einer Zitrone  serviert wird …

© Hapag-Lloyd Cruises, Hamburg


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