TS ALBATROS

ex GENOA, ex DAWN PRINCESS, ex SITMAR FAIRWIND, ex FAIRWIND, ex SYLVANIA / IMO 5347245



Einsatz auf dem deutschsprachigen Markt:

von August 1993 bis Dezember 2003 im Einsatz für Phoenix Reisen, Bonn


Status: im Januar 2004 im indischen Alang gebeacht und abgewrackt



©  Murgatroyd49, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Historie

 

Die britische Reederei Cunard gab Anfang der 1950er Jahre eine Reihe von baugleichen Schiffen für den Linienverkehr in Auftrag. Die schottische Werft John Brown & Company sollte in Clydebank nahe Glasgow insgesamt vier Schiffe bauen, die in jährlicher Folge zwischen 1954 und 1957 abgeliefert und in Dienst gestellt werden sollten.

 

Dabei handelte es sich um die:

  • SAXONIA        Baujahr 1954   Baunummer 692          IMO 5064324
  • IVERNIA         Baujahr 1955   Baunummer 693          IMO 5119765
  • CARINTHIA    Baujahr 1956   Baunummer 699          IMO 5063629
  • SYLVANIA      Baujahr 1957   Baunummer 700          IMO 5347245

 

Für den Liniendienst verfügten die Schiffe neben den in zwei Klassen (1. Klasse und Touristen-Klasse) aufgeteilten Passagierkabinen auch über jeweils sechs große Laderäume für Frachtgüter.

 

Die SYLVANIA wurde als viertes und letztes Schiff dieser Reihe auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 22.11.1956. Am 05.06.1957 stach das Schiff zu seiner kommerziellen Jungfernfahrt vom schottischen Greenock ins kanadische Montreal in See.

 

Cunard setzte die vier Schiffe hauptsächlich im Linienverkehr zwischen Großbritannien und der kanadischen bzw. US-amerikanischen Ostküste ein.

 

Zu Beginn der 1960er Jahre wurde der Kostendruck auf den Nordatlantikstrecken aber spürbar größer. Die Ära der Linienflugzeuge begann und revolutionierte den Nordatlantikverkehr.

 

Um die Schiffe wirtschaftlicher auszulasten, begann Cunard in nachfrageschwachen Zeiten -neben den etablierten Linienverkehr- auch mit Kreuzfahrten. Am 20.02.1965 verlies die SYLVANIA den Hafen von Southampton, um ihre erste Kreuzfahrt ins Mittelmeer zu unternehmen. Von da an folgten in den Wintermonaten jährliche Kreuzfahrteinsätze.

 

Aufgrund anhaltender finanzieller Verluste stellte Cunard im Dezember 1967 aber schließlich die SYLVANIA und ihr Schwesterschiff CARINTHIA außer Dienst, legte sie in Southampton auf und bot sie zum Verkauf an.

 

Am 02.02.1968 wurden die beiden Schiffe an die italienische Reederei Societa Italiana Transporti Maritimi SpA (Sitmar-Line) verkauft. Sitmar benannte die SYLVANIA in FAIRWIND um. Ihr Schwesterschiff erhielt den neuen Namen FAIRLAND. Die beiden Schiffe sollten auf der gut nachgefragten Auswanderer-Strecke zwischen Europa und Australien/Neuseeland eingesetzt werden. Diese Route wurde zu jener Zeit im Auftrag der australischen Regierung befahren.

 

Als die australische Regierung die Vergabe der Konzession für die Folgejahre neu ausschrieb unterlag Sitmar der griechischen Reederei Chandris und verlor diesen lukrativen Auftrag. Sitmar entschloss sich daraufhin sich stärker im boomenden Kreuzfahrtmarkt zu engagieren und ließ die beiden Schiffe Anfang der 1970er Jahre zu Kreuzfahrtschiffen umbauen.

 

Die FAIRWIND wurde im Rahmen dessen von Januar 1970 bis Januar 1971 in der Werft San Marco im italienischen Triest umfassend umgebaut. Dabei wurden die bisherigen Laderäume entfernt und durch Passagierkabinen ersetzt. Über Deck wurde der vordere Bereich der Aufbauten einschließlich der Brücke weiter nach vorne verlegt, um so zusätzlichen Raum für Gesellschaftsräume zu erhalten. Der bisherige recht große Schornstein wurde durch einen etwas Kompakteren ersetzt.

 

Nach dem erfolgten Umbau konnte Sitmar das Schiff zunächst für Kreuzfahrten auf dem amerikanischen Markt platzieren, wo es schnell Popularität erlangte. In den Wintermonaten wurde das Schiff hauptsächlich von Florida Richtung Südamerika eingesetzt, während es in den Sommermonaten vornehmlich von der amerikanischen Westküste Richtung Alaska fuhr.

 

In den späten 1980er Jahren verlor das Schiff bei den Gästen aber durch die aufkommende und modernere Konkurrenz an Beliebtheit und die Auslastung begann spürbar zu sinken. Sitmar sah sich gezwungen zu reagieren und wollte dem Schiff ein neues Image verpassen. Sitmar nutzte einen langen Werftaufenthalt und versah das Schiff nicht nur mit einer neuen Lackierung, sondern auch mit einem „neuen“ Namen. Nun hieß das Schiff offiziell SITMAR FAIRWIND.

 

Am 01.09.1988 wurde die Reederei Sitmar von der britischen Reederei P&O übernommen und als eigenständige Marke aufgelöst. P&O transferierte die SITMAR FAIRWIND zur Konzerntochter Princess Cruises. Dort erhielt das Schiff den neuen Namen DAWN PRINCESS und wurde weiterhin auf dem amerikanischen Markt eingesetzt.

 

Anfang 1993 veräußerte P&O bzw. Princess Cruises das Schiff und ersetzte es durch einen gleichnamigen Neubau, der den mittlerweile gestiegenen Ansprüchen der Gäste mehr entsprach. Für die alte DAWN PRINCESS schien es keinen Markt mehr zu geben.

 

Der deutsche Reiseveranstalter Phoenix Reisen aus Bonn war zu jener Zeit auf der Suche nach einem zweiten Schiff, um seine bisherige und durchaus erfolgreich am Markt platzierte MAXIM GORKI (Baujahr 1969, IMO 6810627) zu ergänzen.

 

Die monegassische Reederei V-Ships übernahm daraufhin die DAWN PRINCESS, benannte sie in ALBATROS (dem Vogel im Logo von Phoenix Reisen) um und vercharterte sie an den Bonner Veranstalter. Die Jungfernfahrt begann am 27.03.1993.

 

Im Herbst 2003 -nach nur 10 Jahren im Einsatz für Phoenix Reisen- konkretisierten sich bei dem Bonner Veranstalter die Pläne zur Ablösung der TS ALBATROS. Das Schiff war zwar bei den Stammgästen sehr beliebt, aber die technische Anfälligkeit der alten Dampfturbinen nahm zusehend zu und die Instandhaltung wurde immer zeitaufwändiger und kostspieliger.

 

Es war an der Zeit einen adäquaten Ersatz zu finden. Diesen sah man bei Phoenix Reisen in der damaligen CROWN (Baujahr 1973, IMO 7304314). Aufgrund des jüngeren Baujahres und der Historie als ROYAL VIKING SEA sah man viel Potential. Die CROWN sollte ab dem 25.04.2004 als neue MS ALBATROS fahren und den Fahrplan der bisherigen TS ALBATROS übernehmen.

 

Der Chartervertrag für die alte TS ALBATROS mit der monegassischen Reederei V-Ships wurde daraufhin nach zehn Jahren erfolgreichem Einsatz zum November 2003 gekündigt und die Winter-Weltreise 2003/2004 abgesagt.

 

Die bisherige TS ALBATROS wurde zunächst im italienischen Genua aufgelegt. Dort lag sie zeitweise zusammen mit ihrem Nachfolgeschiff, der CROWN. Im Dezember 2003 wurde die TS ALBATROS schließlich an indische Abwracker verkauft. Sie erhielt den Namen GENOA und verlies den Hafen von Genua am 21.12.2003 Richtung Alang, wo sie am 01.01.2004 ankam und in den Folgetagen gebeacht und daraufhin abgewrackt wurde.




Technische Daten

Länge: 185,72m
Breite: 24,47m
Tiefgang: ca. 8,90m
Vermessung: 24.724 BRZ
Passagierkabinen: 459
Passagiere: 1100 (bei Phoenix Reisen 750)
Besatzung: ca. 340
Baujahr: 1957
Bauwerft: John Brown & Company, Clydebank/Glasgow/UK
Baunummer: 700
Klassifizierungsgesellschaft: Lloyds of London
Int. Registrierungsnummer: IMO 5347245
Heimathafen Nassau
Flagge Bahamas



Decksplan



Scan vom Dia:


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